Magic Disk 64

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               CeBIT'88                 
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Wenn das Wetter es, wie in diesem  Jahr,
wieder einmal  vergißt,  das  Herannahen
einer neuen  Jahreszeit  durch  entspre-
chende klimatische  Veränderungen  deut-
lich zu machen, dann ist es gut, sich an
beständigeren Anzeichen zu  orientieren.
Ein solches  alljährliches  Zeichen  ist
nach dem  langen  Winterschlaf  die  von
allen  Computerfreunden  und  Datenjong-
leuren mit Heißhunger erwartete CeBIT in
Hannover.                               
Jedes Jahr im Frühling  wird  die  Stadt
zum Pilgerort vieler Tausender und  auch
wir wollten  uns  das  größte  Computer-
spektakel  nicht  entgehen  lassen.   So
konnten wir  für  alle,  die  nicht  die
Gelegenheit   hatten,   die   Messe   zu
besuchen,  nach  Neuheiten  und   Trends
Ausschau halten.                        
In 13 Hallen boten über 2700  Aussteller
aus  35  Ländern  ihre  Waren  feil  und
ließen sich keinen Stand zu teuer  sein,
um  ihr  Produkt  ins  rechte  Licht  zu
rücken. Ein von  Jahr  zu  Jahr  anstei-
gender Zustrom von 480000 Besuchern  bei
diesem Mal gab ihnen recht.             
CASIO  zum  Beispiel  hatte  einen   der
platzraubensten und aufwendigsten Stände
der ganzen Messe, auf  dem,  anders  als
bei   den   meisten   Herstellern,   die
Produkte nicht in Haufen auf engem Raum,
sondern weit gestreut und  übersichtlich
angeordnet  waren.  CASIO  zeigte   auch
dieses Mal wieder seine Variabilität und
seinen    Marktvorsprung     vor     der
Konkurrenz. Der Lebensgefährte  Computer
wandert nach  seinem  Eroberungszug  vom
Büro ins Wohn- und Kinderzimmer nun auch
in die Hosen-, Jacken- und Aktentaschen.
Auch wenn bei einigen Geräten die Preise
noch etwas  übertieben  scheinen,  liegt
doch die Vermutung nahe, daß CASIO  bald
ein Begriff wie TESA oder UHU sein  wird
und die eigentlichen Gerätebezeichnungen
wie Uhr oder Taschenrechner ersetzt.    
Das  Thema  auf  gleich   zwei   Ständen
anderer  Computerriesen  war  das   neue
Kommunikationssystem  ISDN.  Obwohl  das
ISDN-Netz bundesweit noch  nicht  einmal
existiert,  stürtzt  sich  nach  SIEMENS
jetzt auch IBM auf die neue  Möglichkeit
des komfortablen Telefons. Eine rechner-
unterstützte  Variante   war   auf   dem
IBM-Stand  zu  besichtigen.  Als  zweite
Neuigkeit bot IBM sein Token-Ring System
an. Mit ihm können Bilder und  natürlich
auch  alle  anderen  Informationen   von
einem PC zum anderen  geschickt  werden.
Das das ganze nur innerhalb einer  Firma
mit   dem    entsprechenden    Kabelnetz
funktioniert,  ist  wohl  ein  Nachteil,
aber  andererseits   nicht   anders   zu
machen. Sofort  aufgegriffen  wurde  das
Token-Ring  System  von  COMMODORE,  die
ihre neue Entwicklung,  den  PC-60,  mit
der  entsprechenden  Anschlußmöglichkeit
liefern.                                
Nun scheint es aber,  als  habe  es  gar
keine  Informationen  für   C64-Besitzer
gegeben. Dem ist jedoch  durchaus  nicht
so. Vor allem Drucker  waren  für  Home-
computer  zu  haben.  Als   außergewöhn-
liches Beispiel soll uns hier  die  DDR-
Firma ROBOTRON dienen, die  ihre  Geräte
gleich gegenüber vom COMMODORE-Stand zur
Schau  stellte.  Unter  anderen   demon-
strierte  ein  C64  und  ein  C128   die
Kompatibilität  der   Präsident-Drucker,
die das Volksunternehmen über  westdeut-
sche  Warenhausketten  und  den  Einzel-
handel vertreibt. Wir  sind  zwar  nicht
vor Staunen in Ohnmacht  gefallen,  aber
ein Drucker muß ja nicht gleich schlecht
sein, weil er nicht aus diesem Teil  der
Welt  kommt.  Und  einen  Vorteil  hatte
selbst   der   kleinste    Thermodrucker
gegenüber   den   sonst   so   gerühmten
24-Nadeldruckern: er druckte brav unsere
Magic   Disk!   Und   nachdem   die   am
COMMODORE-Stand versammelten Cracker und
Hacker entdeckt hatten, daß bei ROBOTRON
ein  C64  unbenutzt  herumstand,  füllte
sich schnell auch dieser vorher eher mit
Zurückhaltung besuchte Stand.           
Bevor  wir  zu  den  Informationen   aus
unseren     Gesprächen      mit      den
Pressesprechern von COMMODORE,  NEC  und
Schneider kommen, wollen wir jedoch noch
kurz einen kleinen  Überblick  über  das
außerhomecomputerliche    Messegeschehen
geben.  Neben   eigentlichen   Computer-
systemen nahmen nämlich auch Bereiche um
das Büro einen nicht unwesentlichen Teil
der  Messe  ein.  Eine  Halle  war   zum
Beispiel  den  Banken  vorbehalten,  bei
denen  in   einer   Art   Symbiose   die
Büromöbelhersteller Unterschlupf  gefun-
den hatten. Die Firma VOKO hatte  gleich
den  Konstruktionscomputer   dabei,   um
individuell   kundengerechte    Lösungen
anbieten zu können.                     
Ganz   allgemein   lagen    auch    CAD/
CAM Systeme gut im  Rennen,  denen  eine
andere Halle gewidmet war. Und natürlich
soll auch der Markt&Technik Verlag nicht
unerwähnt  bleiben,  der   in   mehreren
Hallen  auf  Ständen  seine  Bücher  und
Zeitschriften anbot. Auf dem  Hauptstand
war eine der beeindruckensten Shows  der
Messe zu bewundern. Auf einer  3-D-Bühne
schwammen Fische aus Parabolantennen und
kleine  Figuren  verschwanden   in   den
selben - alles in 3-D und Farbe versteht
sich. Die Illusion war perfekt! Außerdem
zeigte ein  Videorekorder  eine  viertel
Stunde  spielfilmreife   Amigasequenzen,
was  das  Publikum  nach  wie  vor  fas-
zinierte.                               
Schon wegen der dadurch und  auch  sonst
gebotenen Leckereien für  Auge  und  Ohr
war die CeBIT'88 die Anfahrt  wert.  Und
so kam man denn auch  von  überall  her,
aus Japan und Amerika, und manche  sogar
aus Deutschland.                        
Zwar wurde an Druckern für den  C64  auf
der  CeBIT'88  auch  nicht  viel   neues
geboten, allerdings  interessierten  wir
uns für die Marktpolitik und  die  Pläne
der großen Hersteller.                  
Zu diesem Zweck führten wir ein Gespräch
mit Renate  Herrmanns,  der  Pressespre-
cherin der Firma  NEC  Corporation,  die
weltweit zu  den  führenden  Herstellern
von Computer- und  Kommunikationstechno-
logien gehört.                          
MD64:  Frau  Herrmanns,  wohin  geht  im
Bereich 'Drucker' der Verkaufstrend?    
R.Herrmanns: Der Trend geht klar zu  den
24-Nadel-Druckern.  In  diesem   Bereich
sind wir mit  dem  P6  und  dem  P7  die
Marktführer.                            
MD64: Bekanntlich liegt  der  Ladenpreis
für Drucker weit unter dem  Listenpreis.
Welcher Preis wird sich im Lauf der Zeit
für den  jeweiligen  Druckertyp  heraus-
kristallisieren.                        
R. Herrmanns: An unserem Listenpreis für
die  einzelnen  Drucker  werden  wir  in
Kürze  sicherlich  nichts  ändern.   Die
Tiefstpreise,  die   Sie   angeschnitten
haben, kommen nicht selten  durch  soge-
nannte  Grauimporte  z.B.  aus   England
zustande. Vor  diesen  Grauimporten  ist
nur zu warnen,  da  es  für  sie  keinen
direkten Service gibt.                  
MD64: Welches Produkt bietet NEC in  der
niedrigsten Preisklasse an?             
R. Herrmanns: Zur Zeit ist der P2200 für
DM  998.-  unser   billigster   24-Nadel
Drucker. Allerdings bieten wir natürlich
auch sehr günstige 9-Nadel Drucker an.  
MD64: Was sagen Sie zu  der  Neuentwick-
lung von Schneider, dem 24-Nadel Drucker
LQ-3500, der für 899.- angeboten wird?  
R. Herrmanns: Dazu kann ich Ihnen nichts
sagen,  da  mir  dieser  Drucker   nicht
bekannt ist.                            
MD64: Frau Herrmanns, wir  danken  Ihnen
für dieses Gespräch.                    
        Auf der nächsten Seite: NEC P6+ 
MD8805-CEBIT'88-7.12.koala.png
Als nächsten  bekannten  Hersteller  von
Computern und Peripherie haben  wir  uns
die  Firma  Schneider  vorgenommen,  die
durch  ihre  Neuentwicklung,  dem   oben
bereits   erwähnten   LQ-3500,   einiges
Aufsehen erregte.                       
Wie   uns   der   Vertriebsleiter    von
Schneider  erklärte,   wolle   man   bei
Schneider versuchen, durch eine Händler-
kontrolle den Preis des LQ-3500  auf  DM
899.- zu  halten.Diese  Händlerkontrolle
soll  anhand  einer   Nummerierung   der
Geräte vorgenommen werden. Vom  Homecom-
putermarkt  hat  Schneider   sich   ganz
zurückgezogen. Die CPC  Reihe  hat  sich
als Reinfall erwiesen und  wird  deshalb
nicht mehr produziert. Auf dem  Periphe-
riemarkt sollen jedoch im  letzten  Jahr
über  300000  Drucker  verkauft   worden
sein.  Als  neues  Produkt  präsentierte
Schneider auf der CeBIT den EURO PC, der
incl. Monitor, Works,  einer  Textverar-
beitung,  einem   Kalkulations-,   einem
Grafikprogramm und einer  Datenbank  für
sage und schreibe  DM  1298.-  zu  haben
ist. Für anspruchsvollere  PC-User  prä-
sentierte Schneider die  Tower  PC-  und
die Target PC-Reihe.                    
Natürlich   besuchten   wir   auch   den
weltweit zweitgrößten Druckerhersteller,
das Unternehmen STAR MICRONICS,  das  im
letzten Geschäftsjahr 305261 Drucker vom
Stapel ließ und damit einen Gesamtumsatz
von mehr als 150 Mio. DM  erzielte.  Auf
der  diesjährigen  CeBIT  stellte   STAR
seine   gesamte   Produkt-Palette   vor,
zusammen mit dem zu Beginn dieses Jahres
angekündigten 'LC-10 Colour'.           
Bei diesem Drucker handelt  es  sich  um
die  Farbversion  des  Einsteigermodells
LC-10. Mit einem breiten  Farbband,  auf
dem neben schwarz noch  die  Grundfarben
gelb,  rot  und  blau  vorhanden   sind,
lassen  sich  automatisch  sechs  Farben
(plus schwarz) ansteuern.  Die  Farbaus-
wahl erfolgt dabei  durch  entsprechende
Steuerzeichen. Mit einem  Preis  von  DM
795.-  ist  der  9-Nadel-Drucker   LC-10
Colour wohl einer  der  preisgünstigsten
Farbdrucker, den es  auf  dem  deutschen
Markt gibt.                             
Schließlich erhielten wir  eine  Audienz
bei Herrn Hahn, dem  Pressesprecher  des
wohl bekanntesten Computer- und Periphe-
rieherstellers,  der  Firma   Commodore,
deren  Stand  tausende  Jugendliche  und
Erwachsene auf der Messe anzog.         
MD64:  Herr  Hahn,  welche   Pläne   hat
Commodore, um den C64 weiterhin  erfolg-
reich zu verkaufen, bzw. wie sieht  denn
das Werbebudget für den C64 im  Verhält-
nis zum Amiga aus?                      
Hahn: Wir werden demnächst ein Videogame
-Paket anbieten, das aus dem alten  C64,
vier Modulen und einem Joystick bestehen
wird.  Der  Preis  wird  etwa  DM  350.-
betragen. Dies geschieht im Vorfeld  der
Fußballeuropameisterschaft, und  deshalb
werden sich auf einem oder auf  mehreren
der Module Fußballspiele  befinden.  Was
Ihre Frage zum Werbebudget betrifft,  so
kann ich Ihnen nur sagen, daß es  natür-
lich das Ziel des Hauses ist,  vorrangig
den Amiga zu bewerben; Aktionen wie  die
'Videogame-Maschine' werden die Ausnahme
bilden.                                 
MD64: Wird es  einen  neuen  C64  geben,
etwa einen mit BTX oder einer  eingebau-
ten 3.5"-Floppy?                        
Hahn: Ihre Frage bezüglich BTX kann  ich
jetzt nicht beantworten.  Auf  dem  BTX-
Sektor arbeitet Commodore mit der  Firma
Siemens zusammen. Siemens hat  auch  die
endgültige  Entscheidung   zu   treffen.
Einen C64  mit  eingebauter  3.5"-Floppy
wird es  auch  im  nächsten  Jahr  nicht
geben.                                  
MD64: Wie  sehen  Sie  die  Zukunft  der
1581, also des externen 3.5"-Laufwerks. 
Hahn: Ich sehe eine  große  Zukunft  für
das 3.5"-Laufwerk, auch  beim  C64.  Die
Voraussetzung für  die  Verbreitung  ist
natürlich, daß die  Softwarehäuser  mehr
Programme in diesem Format anbieten.    
MD64: Wieviele Amigas wurden im  letzten
Quartal verkauft? Wird die Preisentwick-
lung  beim  Amiga  500  einen  ähnlichen
Verlauf nehmen wie damals beim C64?     
Hahn: Im   Weihnachtsquartal konnten wir
über  50000  Amiga  500  verkaufen.  Der
Amiga 1000  wird  in  Deutschland  nicht
mehr angeboten.  In  3-4  Jahren  werden
auch beim Amiga die  Preise  nach  unten
gehen, zur Zeit sind sie  jedoch  stabil
und steigen sogar.                      
MD64: Herr Hahn, wir  danken  Ihnen  für
dieses Gespräch.                        
     CeBIT'88 - Desktop Publishing      
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Natürlich haben auf  der  CeBIT'88  eine
ganze  Menge  Hersteller  den  Besuchern
ihre  Hard-  und  Software  für  Desktop
Publishing ans Herz gelegt.  Wir  wollen
Ihnen  an  dieser  Stelle  jedoch  nicht
professionelle    Systeme    vorstellen,
sondern vielmehr semiprofessionelle, die
meistens zu einem relativ geringen Preis
viel zu bieten haben.                   
Natürlich  kann  man  auch   mit   einem
Commodore  Desktop  Publishing   machen,
zwar nicht  mit  einem  C64,  allerdings
jedoch schon mit  einem  Amiga  500  und
einem   geeigneten   Laserdrucker.   Die
Software dazu heißt  Professional  Page.
Professional Page kann fast alles,  wozu
professionelle Software fähig ist. Texte
können rechts- und linksbündig  gemacht,
zentriert und in Spalten gesetzt werden,
wie  Sie  das  z.B.  von  Tageszeitungen
kennen. Das Erstellen einer Tageszeitung
wäre z.B. mit Professional Page und  dem
Amiga  500  kein  Problem.  Sie   können
verschiedene Schriftgrößen und  Zeichen-
sätze  wählen  und  sogar   Bilder   aus
Grafikprogrammen in Ihren Text integrie-
ren. Als besonders  vorteilhaft  erweist
sich  die  Fähigkeit  von   Professional
Page, Texte aus Textprogrammen zu  über-
nehmen. Zu einem Preis von ca. DM  700.-
ist Professional Page eine wirklich sehr
kostengünstige Alternative zu den Profi-
Systemen. Im  Vergleich  zu  dem  Amiga-
System  wollen  wir  Ihnen   jetzt   die
Atari-Software vorstellen.              
Das Desktop Publishing Programm für  den
Atari heißt CALAMUS  und  ist  lauffähig
auf dem Atari  1040.  Auch  mit  CALAMUS
können  Sie  verschiedene   Schriftarten
wählen, den  Text  rechts-,  linksbündig
und zentriert setzen lassen  und  Grafik
in Ihren Text einbinden. Vor  allem  das
Entwickeln  eigener  Fonts   wurde   bei
CALAMUS  schön  gelöst.  Die  Buchstaben
werden  anhand  von  Vektoren  zusammen-
gebastelt. Außerdem enthält  CALAMUS ein
Malprogramm, das  allerdings  keineswegs
so komfortabel wie z.B. Aegis Draw  ist.
Auch das Texten sei  mit  CALAMUS  etwas
kompliziert, gab der Vorführer  auf  dem
Atari-Stand  zu.  Allerdings   gibt   es
natürlich auch für den  Atari  geeignete
Textverarbeitungsprogramme.  Mit   einem
Preis von DM 998.- liegt CALAMUS  jedoch
etwas über Professional Page.           
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